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Kann ich ein gläubiger Mensch sein und gleichzeitig meine Sexualität frei ausleben, auch wenn sie von der Kirche als Sünde gesehen wird? Genau dieser Frage wollen wir uns in der ersten Folge unseres Podcasts be:lieve stellen.
Ein Beitrag von Laura Mlakar und Sandra Vucic
In den vergangenen 20 Jahren ist die Anzahl an Menschen in Österreich, die der römisch-katholischen Kirche angehören, um fast 19 % gesunken. Die Gründe dafür sind vielseitig: Die Kirche und ihre Taten werden hinterfragt, Missbrauchsskandale haben das Image geschädigt und auch der Umgang mit Homosexualität lässt sich für viele Menschen nicht mit den eigenen Werten vereinbaren. Sich als schwul, lesbisch, trans oder binär zu identifizieren, ist immer noch ein Tabuthema in der katholischen Kirche.
Die Ansichten, wie man zum Thema Homosexualität stehen sollte, sind auch unter Mitgliedern der katholischen Kirche nicht einheitlich. So gab die Kasseler Bibelwissenschaftlerin Ilse Müllner in einem Interview an, dass die Bibel an keiner Stelle die Homosexualität verurteilen würde. Außerdem könne man aus der Bibel gar nicht ableiten, wie man sich als Christ zum Thema Homosexualität positionieren müsste.
Der Vatikan hat jedoch eine klare Meinung: In einem im Februar 2021 veröffentlichten Responsum ad dubium, verneint dieser die Frage, ob die Kirche die Vollmacht hätte, Personen gleichen Geschlechts zu segnen. Es sei nicht der Plan Gottes.
Wie es ist, als homosexueller Mann in einem römisch-katholischen Haushalt aufzuwachsen, erzählt uns Antonio Šošić. Gemeinsam reden wir über seinen Glaubensweg, die Entscheidung, aus der Kirche auszutreten und was passieren müsste, damit sich Menschen aus der LGBTQI*-Community in der Glaubensgemeinschaft akzeptierter fühlen.
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Zur Person:
Antonio Šošić kommt aus Wien, ist 29 Jahre alt, Podcaster, Fernsehredakteur, Reality-TV-Star und homosexuell. In seinem Podcast “vollqueer” erzählt er unterschiedlichste Geschichten von Menschen aus der LGBTQI*-Community. Ihm ist es ein Anliegen, mit Vorurteilen aufzuräumen und sich für mehr Akzeptanz und Verständnis einzusetzen. Antonio hat bosnisch-kroatische Wurzeln und ist in einem katholischen Haushalt aufgewachsen. Er wurde getauft und konfirmiert, doch bereits in jungen Jahren begann er daran zu zweifeln, ob seine Lebensart mit dem katholischen Glauben vereinbar ist. Vor rund zehn Jahren entschloss er sich dann schließlich, aus der Kirche auszutreten. Diese Entscheidung hat er nie bereut.
In seinem Podcast spricht Antonio offen über seine Sexualität.
Nicht-kirchliche Anlaufstellen und Ansprechpersonen für LGBTIQ*Personen:
Homosexuelle Initiative Wien
COURAGE* Beratungsstelle
Die Türkis Rosa Lila Villa
Anlaufstellen und Ansprechpersonen für LGBTIQ*Personen in der röm.-kath. Kirche:
Regenbogenpastorale der römisch katholischen Kirche in Österreich
LGBTIQ* und Katholische Hochschuljugend